Kustom Life Magazine #15

Kustom Life Magazine #15

Erscheint am 30.01.2018
1931 Opel Hot Rod
1964 Triumph Moon Machine
Howard Gribble Lowrider History

News

KUSTOM LIFE MAGAZINE #10

 

CARS & BIKES – CONNECTING PEOPLE!

Nach Jahren, in denen ich hauptsächlich in Japan die großen Shows besucht habe, wurde es langsam mal wieder Zeit, in den guten alten Vereinigten Staaten vorbeizuschauen. Das Ziel war klar: die älteste noch aktive Indoor Car Show dieses Planeten, bes- ser bekannt als die Grand National Roadster Show. Hierzu findet ihr einen ausführlichen Bericht in dieser Ausgabe. Doch warum schreibe ich nun im Editorial auch noch über diesen Kurzbesuch in den USA? Ganz einfach: Ich möchte euch an ein paar erlebten Beispielen zeigen, wie sehr Hot Rods, Custom Cars, Bikes und der damit verbundene Lifestyle Menschen zusammenbringen – bei all den Negativberichten, die derzeit von überall auf uns einprasseln, sind positive Geschichten eine Wohltat für die Seele. Keine Sorge, das Kustom Life Magazine wird sicher kein Politmagazin. Ein kleiner Hinweis auf Menschlichkeit untereinander schadet jedoch sicherlich nicht.

Shows in den Vereinigten Staaten eignen sich hervorragend, um die eben angesprochenen Verbindungen zwischen den Menschen zu thematisieren, denn dort wurde dieser von uns so heiß geliebte Lifestyle rund um das Thema modi zierte Autos und Mo- torräder schließlich geboren und seit über 70 Jahren gelebt und zelebriert. Es ist also fast schon selbstverständlich, dass man auf der GNRS auf Teilnehmer und Besucher jeglicher Altersstufe trifft. Eltern ziehen ihre Kinder in kleinen Kustoms um den Platz, während die Generation „70 plus“ mit Mobility Scootern das riesige Gelände erkundet. (Die können im Übrigen vom Veranstalter aus- geliehen werden.) Und während im Außenbereich um den „Suede Palace“ die jungen Wilden mit ihren Car Clubs stehen und feiern, geht gemütlich ein 80 Jahre alter Mann mit Gehstock und einer Renegades-Car-Club-Jacke aus den 50er-Jahren an uns vorbei und begutachtet, was die jungen Leute heutzutage so alles bauen. Und Gene Winfield, der älteste Teenager der Welt, bietet mit seinen stolzen 89 Jahren Workshops an, um sein immenses Wissen weiterzugeben. Das Alter spielt in der Szene nur insofern eine Rolle, als Jung von Alt lernen kann und umgekehrt. Und die Herkunft ist dabei eher deshalb interessant, weil man sich bei internationalem Publikum erkundigt, wie das denn nun im anderen Land mit den Zulassungsbestimmungen sei und ob es dort viele Hot Rods und Customs gebe – so geschehen bei unserem Besuch in einem mexikanischen Restaurant nach der GNRS.

Eine interessante Erfahrung machten wir sowohl bei der Einreise in die USA als auch bei der Ausreise. Ich hatte bei der Ankunft am Flughafen in Los Angeles einen Stapel Magazine beim Zoll angegeben. An der letzten Kontrollstation fragte mich schließlich der Beamte, was ich denn in den USA mache und was ich da genau dabei hätte: „Ich besuche die Grand National Roads- ter Show und habe ein paar Promotion-Exemplare für mein Maga- zin dabei.“ Daraufhin meinte er nur: „Ah, Auto-Magazine für die Roadster Show. Das ist cool, viel Spaß auf der Show!“ Bei der Ausreise ging das Ganze dann noch einen Schritt weiter. Wir standen gerade in der Schlange zum Security-Check, als mich ein älterer Officer wegen meiner Tätowierungen ansprach. Er wollte wissen, was das für seltsame Köpfe da auf meinem Arm seien. Ich erklärte ihm, dass der eine „Von Dutch“ und der andere „Larry Watson“ sei und beide ziemlich bekannte amerikanische Künstler in Sachen Hot Rods, Custom Cars und Bikes waren. Es folgten ein anerkennendes Lächeln und Nicken und die Frage, was wir denn in den USA ge- macht haben. Wieder die Antwort: Grand National Roadster Show in Pomona. Daraufhin der Wachmann: „Oh nein, die war ja dieses Wochenende. Ich wäre auch gerne dort gewesen, hatte aber leider Dienst. Was habt ihr denn selbst für Fahrzeuge in Deutschland?“ Wir zählten unseren Fuhrpark auf, was für ein deutliches Staunen sorgte. Dann meinte er: „Wenn ihr durch die Sicherheitskontrolle seid, wartet auf mich, ich zeig euch noch was!“ Nachdem wir die Kontrollen passiert hatten, kam er tatsächlich nochmal an und zeigte uns Fotos von sich mit einem 1934er-Packard, der wohl von seinem besten Freund sei. Er selber musste aus familiären Gründen leider seinen 68er-Pontiac verkaufen. Zum Abschied gab es noch ein High-Five und ein „We car people are all the same, all over the world!“ Und damit hat er wohl recht, denn Gemeinsamkeiten verbinden Menschen – Menschen jeglicher Herkunft und jeglichen Alters. Auch wenn dies nur klitzekleine Erlebnisse waren, sind es doch genau diese kleinen Momente, die einem Hoffnung machen. Und wer weiß, vielleicht baut irgendwann die ganze Menschheit Oldtimer um und dann cruisen wir in Frieden bis an das Ende dieser Welt ...

In diesem Sinne: Spread the Word – Kustomize the World!

Michael Schmidbauer
Chefredakteur Kustom Life Magazine 

Inhalt Kustom Life Magazine Ausgabe 10:

  • Blue Velvet - Kevin Andersons 1936 Ford
  • Hot Chicks, Ads and Car Crashes - Neue Fotoserie press++ des Düsseldorfer Fotografen Thomas Ruff
  • La Trappola - 1976 Harley Davidson Shovelhead
  • 68th Grand National Roadster Sow 2017 - Ein Wochenendtrip nach Pomona
  • Purplemurkin - By Deathgrip Custom Cycles
  • Cool Copper Convertible - 1964 Chevrolet Impala SS Convertible
  • Save the Choppers! - Ein Buch - Eine Ausstellung - Eine Passion
  • Die 46er-Knuckle - von Markus
  • Kolumne Uwe Ehinger: Black Board Cafe

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