Kustom Life Magazine #15

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Erscheint am 30.01.2018
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THE THIRTY-SIX THAT KICKS - 1936 FORD

Es gibt sie, die absoluten Autos. Eben weil sie über allen anderen Modellen stehen und als Ikonen ihrer Zeit hervorstechen. Hierbei ist es nicht wichtig und ausschlaggebend, ob es sich um die Brot- und Buttermodelle oder um Luxuskarossen handelt. Nicht jeder Autohersteller hat es zu diesem ganz großen Wurf gebracht. Dieses eine Auto, das auch noch nach Jahrzehnten nichts an Charme und Beliebtheit eingebüßt hat. Ohne zu übertreiben, kann man sagen: Ford gelang dies vor allem in den Vorkriegsjahren mit gleich mehreren Modellen. Und nicht nur die Anzahl der produzierten Einheiten macht diese Autos auch heute zu unverändert begehrten automobilen Objekten. Zwei dieser Träume haben ihre Heimat in Wien bei Reinhard Granner, seinen 32er Roadster haben wir euch bereits in Ausgabe 1 vorgestellt. Hier kommt die eigentliche Vorgeschichte, die den Left Over Roadster erst möglich machte: Reinhards 1936er Ford 5-Window Coupé.

Mit dem Modelljahr 1935 hatte die Stylingabteilung von Ford große Änderungen der bestehenden Modelle geplant. Die höheren Produktionszahlen von Chevrolet verlangten nach neuer Technik und Design, so wurden die Vorschläge von Phil Wright (Briggs Company), der auch für das Design des Silver Arrow (Pierce Arrow Motor Company) verantwortlich war, umgesetzt. 

Der Motor wurde um 8,5“ vorgesetzt, die Querblattfedern vor der Achse positioniert und die Karosserien waren gegenüber dem 1934er Modell um 8“ länger und über 5“ breiter. Das Design änderte sich und die Formensprache wurde abgerundet, um mehr „flow“ in die Karosserielinien zu bekommen. Besonders bei den Kotflügeln sticht das ins Auge. Das erste Mal seit 1930 verkaufte Ford mehr Fahrzeuge als Chevrolet. 

Für 1936 wurde technisch wenig geändert, nur die Karosserie wurde von Bob Koto umgestaltet. Kotflügel, Grill und Motorhaube waren jetzt noch mehr im Stromlinienstil. Wer sich das 36er Modell anschaut, kann das gut erkennen: Alles „fließt“ sozusagen, Grill und Kotflügel haben geniale Linien und das Heck könnte nicht schöner gestylt sein.

Genau das ge el Reinhard Granner beim erstmaligen Anblick eines 36er Fords in den USA, speziell das 3-Window Coupé stand ganz oben auf seiner Liste. Ein 3-Window Coupé ist allerdings nur schwer aufzutreiben, aber er wusste von einem 36er 5-Window Coupé in Österreich und nach langer Recherche konnte der Besitzer ausfindig gemacht werden. Dieser wollte den Ford natürlich nicht verkaufen. Doch Aufgeben war nicht Reinhards Art, er ließ sich nicht davon abbringen und hielt den Kontakt aufrecht. Als der Besitzer erneut Probleme mit der Ersatzteilbeschaffung hatte, gab er schlussendlich Reinhards Angebot nach und verkaufte ihm das Coupé. Der 36er Ford ist heute neben dem 32er eines der begehrtesten Ford-Modelle aus der Vorkriegszeit – und das zu Recht. Er ist einfach unglaublich wandelbar und macht in jeglicher Hinsicht eine gute Figur: ob als originaler Oldtimer, als Hot Rod oder als Custom. Daher ist es verständlich, dass für Reinhard ein Traum in Erfüllung ging, als der Ford bei ihm zu Hause in Wien eintraf.

Reinhard machte sich sofort an die Arbeit, das 5-Window Coupé sollte schnell wieder auf die Straße gebracht werden. Die originale Vorderachse wurde durch eine 4“ gedroppte Super Bell-Achse und die Bremsen durch hydraulische Pendants ersetzt. Schon nach kurzer Zeit war der Ford fahrbereit. Doch wie so oft war dies nur der Anfang. Es machte eine gewisse Zeit Spaß, doch im Hinterkopf schwirrte Reinhard die Idee herum, die klassische Optik mit moderner Technik zu verbinden. Die Symbiose aus Alt und Neu sollte dem Ford zu neuer Fahrqualität und Reinhard zu neuem Fahrspaß verhelfen.

Da kam es ihm gerade Recht, dass kurze Zeit später ein 39er Ford-Rahmen angeboten wurde und durch Zufall, passend zu seinen Plänen, auch das komplette Fahrwerk einer Corvette C4. Die ideale Ausgangsbasis für sein Vorhaben! Er schlug also zu und 

machte sich daran, die ambitionierten Pläne in die Tat umzusetzen. Der Rahmen wurde geboxt, im Bereich der Hinterachse komplett umgebaut und die Einzelradaufhängung der Corvette eingepasst.

Um die notwendige Fahrhöhe zu erreichen, ersetzte der Wiener die originalen Blattfedern durch Airride Shockwaves von Ridetech. Derart gerüstet war der 36er also vorbereitet. Er konnte mehr Leis- tung zu handhaben, als der originale 221cui Flathead V8 mit seinen 85 PS zu bieten hatte. Um den selbstgesetzten Anforderungen ge- recht zu werden, wurde daher ein 327cui Chevy V8 mit einer TH350 Automatik aufgebaut und in den Motorraum eingepasst.

Als das Chassis fertig war, stand die Hochzeit an. Die originale Karosserie wurde vom alten Rahmen auf den neu aufgebauten 39er umgesetzt. Das Ergebnis stellte Reinhard mehr als zufrieden: Die klassische Optik blieb unverändert erhalten, aber das Fahrgefühl mit neuer Motorisierung, Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen rundum hatte sich drastisch verbessert.

Jetzt blieb nur noch die Frage, was mit dem übriggebliebenen Originalantrieb des 36er Ford passieren sollte. Aber die Geschichte hatten wir ja schon in der letzten Ausgabe... 

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