Kustom Life Magazine #15

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Erscheint am 30.01.2018
1931 Opel Hot Rod
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THE LEFTOVER - 1932 FORD ROADSTER

Eigentlich wollte sich Reinhard Granner aus Wien nur ein 1936er Ford 5 Window Coupé aufbauen. Dieses Projekt begann er vor 15 Jahren, nachdem ein geeignetes Fahrzeug gefunden war. Anfänglich wurde der 36er nur gedropped und mit einer anderen Felgen- und Reifenkombination gefahren. Doch schon sehr bald stand ein Komplettumbau an – der originale Rahmen wich einem aus dem Jahr 1939 – natürlich komplett modifiziert. So fanden eine moderne Corvette C4-Technik und Airride Einzug in das 5 Window Coupé.

Was hat dies nun alles mit dem Traum aller Hot Rodder zu tun, mit dem 32er Ford Roadster, den wir hier abgebildet haben? Ganz einfach, der 36er Rahmen inklusive dem kompletten Drivetrain blieb nach dem Umbau übrig. Nur logisch, dass man nach einiger Zeit auf „dumme“ Gedanken kommen muss und sich überlegt, was damit alles machbar wäre. Der komplette Antriebsstrang, Achsen und Lenkung waren noch in gutem Zustand – so etwas konnte man nicht einfach in die Ecke stellen. So kristallisierte sich der Plan heraus, einen 32er Roadster zu bauen, um die „leftovers“, die Überbleibsel des 36er Projekts, in angemessener Weise zu verarbeiten.

Der 36er Rahmen selbst musste jedoch 32er Framerails weichen, welche durch ein Model A Crossmember und ein im traditionellen Stil gefertigtes mittleres Crossmember ergänzt wurden. Der 36er Flathead V8 und das 39er Getriebe wurden angepasst, das Banjo Rearend mit der originalen gekürzten Kardanwelle verbunden und die 36er Wishbones kamen so- wohl vorne als auch hinten zum Einsatz. Damit war der neue Rahmen fürs Erste komplett und es fehlte noch ein passender Aufbau.

Der Roadsterbody wurde in Einzelteilen aus Schweden nach Österreich gebracht – sozusagen als „Lego für Erwachsene“ mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Man kann sich gut vorstellen, dass es eine Vielzahl an Arbeitsstunden benötigt, um aus den einzelnen Blechen eine Karosserie zu zaubern. Doch nicht nur der Zusammenbau erforderte viel Energie, es wurde auch viel Zeit und Arbeit in die Verbesserung und Verstärkung des Roadsters gesteckt, um eine höhere Verwindungsstei gkeit zu erhalten, ohne dass es optisch ins Auge fällt. 

Der Großteil der Arbeiten wurde von Günter Kriebernegg in Graz erledigt. Die erste Adresse für traditionelle Hot Rods, die bis ins Detail stimmig aufgebaut sind. Der Mann versteht wirklich etwas von seinem Handwerk, wie man auch hier wieder nur unschwer erkennen kann.

2008 kam Reinhard nach einem längeren Auslandsaufenthalt zurück nach Österreich und konnte den 32er in einem beinahe fahrbereiten Zustand übernehmen. Er machte sich sogleich ans Werk und kümmerte sich um die Fertigstellung des Roadsters. So wurde die Elektrik mit originalen stoffum- manteltem Material verkabelt, die Instrumente stammen dabei aus einem 1934er Plymouth. Die Beleuchtung übernehmen Edmunds & Jones Scheinwerfer mit H4 Einsätzen am Vorderwagen und 37er Ford Rückleuchten am Heck. Da keine passenden Sitze in greifbarer Nähe waren, entschloss sich Reinhard, selbst welche im Stil der 40er Jahre zu entwerfen und zu bauen.

Weil der originale 36er Flathead dank eines besonders strengen Winters einen Frostschaden erlitt, machte sich Rein- hard auf die Suche nach einem 8BA Flatty von 1850 / 51. Dieser wurde auf die alte Zündung von vor 1948 umgebaut und mit einer Tattersfield Ansaugbrücke mit 94er Holley Vergaser komplettiert. 2009 stand dann endlich die Jungfernfahrt an – der Roadster war fertig.

Die Idee den 32er zu lackieren, wurde schnell verworfen. Wer einmal ein perfekt gearbeitetes Fahrzeug in bare metal gesehen hat, kann dies sehr gut verstehen. Zudem lässt sich das Finish mit WD40 und Scotchbrite auch leicht p egen und erhalten. Zum Finale fertigte Reinhard zusammen mit Toxic Tom noch das „Projekt Hardtop“, ein abnehmbares Stahldach für den Roadster.

Mittlerweile ist der 32er Ford nach Norddeutschland verkauft worden und andere Projekte stehen vor der Tür. Aktuell arbeitet Reinhard wieder an einem 32er: dieses Mal wird es ein 3 Window Coupé. Der Ursprung des Roadster, das 36er 5 Window Coupé, bleibt sowieso in der Familie. In Ausgabe 2 des Kustom Car Magazines werdet ihr mehr hierzu erfahren. 

Reinhard betreibt mittlerweile seinen eigenen Shop für Hot Rod & Kustom Parts in Wien.
Ihr findet ihn unter: www.classicsunlimited.at 

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