Kustom Life Magazine #15

Kustom Life Magazine #15

Erscheint am 30.01.2018
1931 Opel Hot Rod
1964 Triumph Moon Machine
Howard Gribble Lowrider History

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LA PEPITA - 1963 CHEVROLET IMPALA

Wenn es um klassische Lowrider geht, denkt man sofort an die Impalas der frühen 60er Jahre. Zugegeben, in der Regel sind es hauptsächlich Coupés und Cabrios, die umgebaut wurden und werden. Das liegt zum einen an der seit jeher hohen Verfügbarkeit dieser Modelle, als auch an dem ohne Zweifel gelungenen Design – jeder Jahrgang ein Klassiker für sich! Dass die Verwandlung auch einem viertürigen Sport Sedan ohne B-Säule sehr gut zu Gesicht steht, sieht man an diesem 63er Chevy Impala aus der Schweiz.

Bertrand Chardonnens aka Seno von der Swiss Side Crew fand die Ausgangsbasis seines Projekt bei seinem Freund Alain Sutter aus Zug. Der Zustand war soweit okay, hier und da musste der Rost bekämpft werden – kein Wunder, verbrachte der Impala doch sein ganzes Leben in der Alpenrepublik! Amerikanischen Boden haben die bei GM Switzerland in Biel zusammengebauten Fahrzeuge höchstens in Teilen gesehen. Eigentlich wollte er den Chevy nur insoweit reparieren, als dass er schnell wieder fuhr – immerhin stand der Impala seit acht Jahren. Er begann also umgehend, den 63er zu zerlegen. Nachdem er jedoch von der Historie des Fahrzeugs erfahren hatte, entschied sich Seno für eine komplette Restauration und den Umbau zum Lowrider. Doch wie so oft sollte es ein klein wenig anders kommen.

Seit Senos Kindheit spielt Hip Hop eine wichtige Rolle in sei- nem Leben. 10 Jahre Videoclips von Dr. Dre, Snoop Dogg, Eazy-E, N.W.A. und die dazugehörige Szene an der Westküste waren seine Hauptmotivation und Inspiration, einen eigenen Impala Lowrider zu besitzen. Dazu kamen unzählige Stunden, in denen er sich über das LayItLow-Forum und das Lowrider Magazine weiter in die Materie einlebte. 

Eine wirklich Lowrider-Szene gibt es in der Schweiz nicht, dafür sorgen die strengen Regeln der MFK (Motorfahrzeugkontrolle). Genau aus diesem Grund entschied sich Seno gegen den Einbau einer Hydraulik und für eine Airride. Momo von den Crazy Cruisers und Pierre-Yves (Ex Cheaters C.C.) standen ihm hierbei dank ihres umfangreichen Erfahrungsschatzes mit Rat und Tat zur Seite. So ersetzte Seno das originale Fahrwerk durch Teile von Cool Cars und Air Lift, für die nötige Luft sorgen zwei Kompressoren und ein 5 Gallonen-Tank. Der erste Schritt in Richtung Boden war also getan. Die passenden Schuhe waren ebenfalls schnell gefunden: Classic Lowrider 100 Spokes in Chrom kombiniert mit 175/70/14 White Walls.

Der Rahmen und die restlichen Fahrwerksteile blieben original und wurden sandgestrahlt, neu lackiert und mit neuen Buchsen und Lagern versehen. Die nötigen Karosseriearbeiten übernahmen Laurent Jeanmonod und Sébastien Gobalet.

Auf technischer Seite gab es auch einiges zu tun. So wurde der originale 283cui V8 gegen einen nagelneuen 350cui V8 von GM Performance ausgetauscht – bestückt mit einem Holley 4-fach Vergaser. Kombiniert mit einem Powerglide-Automatikgetriebe bringt es der Impala jetzt auf Stolze 298 PS. Die marode Elektrik, die 50 Jahre überdauert hatte, wurde komplett ersetzt.

Einer der wichtigsten Schritte beim Aufbau ist sicherlich die Lackierung – mit dem richtigen Paintjob steht und fällt so manches ambitionierte Projekt. Der Body des 63ers wurde in Porsche-Macadamiabraun bei Carrosserie Angel lackiert, während das Dach in goldenem Metal ake erstrahlt – aufgetragen von Claude Morabito von Black Sheep/Kustom Syndicate aus Genf. Selbige lackierten auch das Armaturenbrett. Um den Paintjob abzurunden und dem Impala den nötigen Lowridertouch zu geben, heuerte Seno Seb Gaidin aus Genf an. Von diesem erhielt der Chevy diverse Linings, Swirls und Pinstripes kombiniert mit ächigem Blattgold. Eine sehr gelungene Kombination!

Das Äußere des Impalas war somit für den ersten Schritt erledigt und gelungen. Es fehlte noch die Innenausstattung, welche Seno zusammen mit Franck Fuochi von der Cheaters Gang wieder auf Vordermann brachte. Die Sitze und Türverkleidungen wurden mit originalen Stoffreproduktionen von Ciadella Interiors restauriert – farblich passend zum neuen Lackgewand des Chevys. Das Armaturenbrett erhielt eine sehr aufwendige Lackierung im Mexican Blanket-Design mit Metal ake Rosen. Der Name des Impalas ist ebenfalls auf dem Armaturenträger abzulesen: la Petita, die Kleine. Über der mit weißem Tuck’n’Roll bezogenen Hutablage thront die obligatorische Lowrider-Plaque: Swiss Side Crew.

Damit war der 63er fertig für die Straße – ganz fertig ist er je- doch noch nicht. Seno hat noch ein paar Ideen, die er noch umsetzen möchte. So sollen die jetzigen Reifen klassischen 5.20s weichen, Fenderskirts angepasst werden und das Dach mit Metalflakemustern überzogen werden.

Für Bertrand war es das erste Projekt auf vier Rädern und da er kein Mechaniker ist, stellten sich ihm einige Schwierigkeiten in den Weg, die ihn oft daran zweifeln haben lassen, den Impala fertigzustellen. Doch mit Hilfe von Mirco Filiponi, der ihn während der gesamten Zeit unterstütze, fand das Projekt vier Jahre nach dem Kauf im Juni 2013 ein vorläufiges Ende.

Seitdem ist er ständig mit „La Petita“ unterwegs und hofft die Lowrider-Szene in der Schweiz ankurbeln zu können – mit den französischen Kollegen von den East Riddaz, Majestics, Luxurious und Westbarrio hat er bereits regen Kontakt. Wir hoffen – ebenso wie Seno – bald mehr Lowrider in der Schweiz anzutreffen, die wir euch vorstellen können. 

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