Kustom Life Magazine #15

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Erscheint am 30.01.2018
1931 Opel Hot Rod
1964 Triumph Moon Machine
Howard Gribble Lowrider History

News

CALIFORNIA BLUE - 1964 CHEVROLET IMPALA SS

Der Chevy Impala von 1964 ist so was wie die Blue Jeans unter den amerikanischen Automobilen: zeitlos im Look, solide verarbeitet und passt zu fast jedem Stil. Oder welches Modell versteht es auf ähnlich elegante Weise, gleichzeitig als Muscle Car ernst genommen, vom Originalfetischisten geschätzt und als Lowrider-Ikone verehrt zu werden? Dylan Odbert sieht das genauso. Der junge Kalifornier besitzt nämlich gleich zwei davon, darunter einen unrestaurierten Survivor als Alltagswagen. 

Dylan Odbert wuchs in Sacramento auf. Die kalifornische Hauptstadt gilt als Ursprung der Lowrider-Kultur und so erstaunt es kaum, dass Klein-Dylan schon früh große Au- gen machte, als er auf den Boulevards seiner Heimatstadt tief über den Asphalt gleitende, chromglänzende Impalas vorbeiziehen sah: „Zwar wurde ich erst in den achtziger Jahren geboren, doch sah man die Lowrider immer noch herumcruisen. Low and slow – das beeindruckte mich!“ Einen bleibenden Eindruck hinterließen auch all die Stunden, die Dylan in der Werkstatt seines Vaters Garry Odbert zubrachte: „Mein Dad ist ein Hot Rodder der alten Schule und besitzt noch immer den Roadster aus seiner High School Zeit.“ Dylans Vater lehrte ihn auch den Umgang mit Blechschere, Schweißgerät und Schraubenschlüssel. Wertvolle Erfahrungen, die Dylan schon bald zugute kommen würden. Lernen fürs Leben – im besten Sinn.

Als auch bei Dylan die High School angesagt war, musste er sich konkretere Gedanken über ein erstes stylisches Fortbewegungsmittel machen. Die Familie war mittlerweile ins beschauliche Arroyo Grande an die Central Coast gezogen. In der Wüste nördlich von Los Angeles wurde Dylan fündig: ein 64er Impala Coupé. „Mann, war das Auto fertig“, lacht Dylan heute. „Die Innenausstattung war hinüber, der Kofferraum und die hinteren Seitenteile durchgerostet. Einer der vorderen Kotügel war völlig zerbeult.“ Trotzdem war der damals 15-jährige Schüler überglücklich, als er seine neue Errungenschaft nach Hause schleppte. 

Als Erstes war eine Bestandsaufnahme angesagt. Es fehlte eine Menge Kleinkram, doch mit der Hilfe von Mario Hernandez gelang es Dylan nach und nach, die benötigten Impala-Teile aufzutreiben. Für mehr Kopfzerbrechen oder eher für blutige Hände sorgten die Blecharbeiten, die Dylan unter der Regie seines Vaters komplett im Alleingang durchzog. Sogar den zerdepperten Kotflügel konnte er wieder richten. Nicht weniger beeindruckend ist die Candy-Lackierung, die Dylan ebenfalls eigenhändig auftrug. Auch hier holte er sich fachmännischen Rat: „Jr Cechetti, Paul Zepeda und Ray Cano zeigten mir geduldig, auf was es beim Candy-Lackieren ankommt. Ohne diese drei Mentoren hätte ich das nie hingekriegt.“ 

Insgesamt sieben Jahre dauerte der Neuaufbau des Impalas. Immer wieder lag das Projekt auf Eis, da Dylan sich um Nebensächlichkeiten wie seinen Schulabschluss kümmern musste oder mal eben mit seinem Bruder Dustin das Surf Fashion Label "ambsn" ins Leben rief. Und da war noch der Umzug nach Süden ins 240 Meilen entfernte San Clemente. Doch Dylan blieb am Ball, denn er hatte eine Vision. Die Eindrücke aus seiner Kindheit in Sacramento hatten ihn nicht losgelassen und so war er für ihn klar, dass die Reise in Richtung Boulevard Cruiser gehen musste. Und da die richtige Haltung, die Stance, bekanntlich alles ist, installierte Dylan zusammen mit Derek Schaefer von AccuAir ein E-Level Airride-System. Natürlich hätte eine Hydraulik mehr Street-Credibility, aber da ihm der Fahrkomfort dann doch wichtiger war und sein Impala auch vom Look her kein traditioneller Lowrider werden würde, setzte Dylan auf Airride. Dafür ist der Cruiser absolut langstreckentauglich, nicht zuletzt dank des neu aufgebauten 350er Smallblock mit TH350 Automatik und dem in erfrischendem Weiß gehaltenen Innenraum. Letzterer war übrigens der einzige Part des Projekts, den Dylan einem Fachmann überließ. Danny Echeveria bezog Sitze und Türpaneele neu und installierte den blauen Teppich. 

Heute genießt Dylan jede seiner wenigen freien Minuten, wenn er mit dem Impala über den Highway 1 den Pazifik entlang rollt. Dabei strahlt der weiße Innenraum mit dem Lächeln der Surfer Girls um die Wette, die sich im candyblauen Lack spiegeln. Wanna go for a ride? 

Dylan dankt Vater Garry Odbert, Jr Cechetti, Paul Zepeda, Ray Cano, Derek Schaefer, Mario Hernandez, AccuAir, Frankie Garcia u.v.a. 

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